Manchmal staunt man, wenn man das eigene Verhalten vor Augen gestellt bekommt. Immer aber nimmt man etwas mit. Aus der Begegnung mit der Verhaltensbiologin Elisabeth Oberzaucher lässt sich mehr mitnehmen, als man anfänglich vielleicht ahnt.

Bei Ballwanz Immobilien im Frankfurter Westend stellt die Forscherin zunächst drei Stühle mitten in den Raum, die – selbstverständlich – leer bleiben. Man wählt seinen Platz stets mit Bedacht, schaut, wo bin ich geschützt, wo schaffe ich mir ein Territorium. Humorvoll und im Austausch mit dem Publikum reflektiert sie unser Verhalten in der Menge – in U-Bahnen, auf der Straße, auf öffentlichen Plätzen, auf unseren eigenen Freiflächen. Und lässt für den Zuhörer sichtbar werden, wie sehr wir Abgrenzung suchen. Unser Schutzraum ist der eigene Wohnraum. Hier muss man keine (oder selten) Abgrenzung suchen, kann sich also insofern entspannen. Doch ihr Plädoyer: diesen von uns selbst geschaffenen „Individualabstand“ zu verringern. Denn nur Nähe schafft Begegnung, Kommunikation und soziales Leben. Sie stellt fest: der Mensch liebt die kleineren Zusammenhänge, Räume und Raumgrößen, die er gut überblicken kann, Gruppen, die er organisieren kann.

Am Beispiel Wien zeigt Prof. Oberzaucher auf, wie sozialer Wohnungsbau, der dort mitten in den Städten integriert ist, nicht nur die Gemeinschaft bereichert, sondern sogar vielerorts zum Hot Spot des Zusammenlebens avanciert ist. Zwar können wir nicht alle Städte umbauen, aber den Städteplanern Teams zur Seite stellen, die vom Menschen aus denken und dann entwickeln. Das wäre ein Schritt. Schließen Sie einmal die Augen und stellen sich dann vor: Es gäbe keine Zäune und Mauern, nur hügelige und grüne „Niveaus“. Plätze, mit einer angenehmen Bestuhlung, Orte, mit umhegten Grünflächen. Und wir selbst können auch etwas tun, nämlich anfangen Nachbarschaften zu pflegen, uns um den uns umgebenden Raum kümmern. Wir haben es in der Hand! – Es gibt engagierte Initiativen aus Nachbarländern – Elisabeth Oberzaucher erwähnt Gehl Architekten in Dänemark (http://gehlpeople.com/).

Ich selbst war im Sommer in Kanada unterwegs. In allen Städten fanden sich quer über die Stadt verteilt bunte Stühle, auf denen man ruhen, schauen und reden konnte. Sie waren weit mehr als bunte, belebende „Kleckse“ im Stadtbild. Ballwanz Immobilien, die ja selbst gestaltend für eine lebenswerte Wohn- und Lebenswelt arbeiten, haben mit ihrem Salon Bilder in uns entstehen lassen, vielleicht einen Auslöser in uns freigesetzt. Und wieder einmal gezeigt, dass sie hervorragende Gastgeber sind, die ihre „kleine Salongruppe“ umsichtig und liebevoll umsorgen.

Übrigens wurde von der Referentin außerdem festgestellt: der Salon eignet sich bestens, die Trendwende hin zur „Nachbarschaft“ lebendig werden zu lassen – als Gastgeber wie als Gast. Deshalb sagen wir: Feel welcome!