Beiträge

Nachdem wir im vergangenen Jahr erstmals Gastgeber im Rahmen des salonfestivals waren und einen tollen musikalischen, kulinarischen und geselligen Abend mit den Musikern Christian Elin und Jakob Rattinger erleben durften, hatten wir uns nach kurzem Durchatmen entschlossen, zu ‚Wiederholungstätern‘ zu werden. Aber es sollte keine echte Wiederholung, sondern beim zweiten Mal alles anders sein. Also erstmal andere Musikrichtung: Ein Klangteppich aus Jazz, HipHop und Elektro – das Roman Schuler extended Trio aus Hamburg. Das ganze war ein ‚Mitreissender Sound im Wohnzimmer‘ und ist unter gleichnamigem Blog empathisch geschildert, weshalb wir auf eigene Worte verzichten – der anhaltende Beifall sprach Bände. Da das ‚LoveItHealthy‘-Catering samt der Chefin als ‚Mundschenk‘ leider nicht mehr angeboten wird, entschieden wir uns für ein anderes Konzept: Peruanisches Fingerfood aus Eva’s Kitchen und Getränke-Selfservice aus dem Gastro-Kühlschrank fanden großen Anklang bei den Gästen und führten zu reichlich geselligem Austausch. Außerdem hatten wir die Bestuhlung zugunsten von Stehtischen und -plätzen diesmal eingeschränkt, sodass die Gäste nicht nur die lyrische Kraft des Pianos mit den Ohren genießen, sondern auch die Lebendigkeit des Groove-Sounds in eigene Bewegung umsetzen konnten. Die Musiker Alex Klauck (Schlagzeug), Konrad Herbolzheimer (E-Bass) und Roman Schuler (Tasten, Tasten, Tasten) mögen ob der Nähe zum Publikum etwas überrascht gewesen sein, ließen sich aber bereitwillig zu ihren Instrumenten befragen und waren auch in der Pause und nach dem Konzert Teil des geselligen Beisammenseins – auch dafür gilt unser Dank an sie, dieser verkörpert in einem Sixpack ‚Hannöversch‘ statt edlem Wein wie im letzten Jahr. Beim zweiten Mal war also alles anders. Wirklich alles? Nein! Denn aus einem (unbeugsamen) Winkel der Terrasse machte sich nach dem Konzert wie im letzten Jahr der Duft von gegrillten Salsiccia Mantovana (aus römischer Produktion) breit, die sofort reißenden Absatz bei Gästen und Musikern fanden. Beim zweiten Mal war also nur fast alles anders – aber ebenso schön. Unser Dank gilt Musikern und Gästen gleichermaßen und natürlich Ulrike Groffy und dem salonfestival für die Organisation. Und im nächsten Jahr ist dann ja vielleicht wieder fast alles anders… .

erstellt von Wolfgang Hoffmann, Gastgeber

 

Ein beinah leer geräumtes Wohnzimmer, einige Stühle stehen bereit, verstreut sind Stehtische aufgestellt. Vier Buchstaben, drei Musiker und ein Sound: das ist das ‚Roman Schuler Extended Trio’. Das Trio hat aufgebaut, neben der Bassgitarre und einem funkelndes Schlagzeug sieht man drei Manuale, etliche Pedale und natürlich noch mehr Kabel. Ein Moog ist auch dabei, wunderschön anzusehen wegen seiner seitlichen Holzverkleidung: ein Retrostück, das an die 60er Jahre denken lässt. Mit dem Stück „Life ist a wave“ startet dieser gut besuchte Musiksalon: Keybord, Schlagzeug und Basslines grooven rasch das Publikum.
Roman Schuler ist ein Sounderfinder, ein Soundmeister, der Elemente des Jazz, HipHop und der Elektronik neu zu einem ganz eigenen Stil mixt, ein begnadeter Pianist, der u.a. bereits den „futuresounds Jazzpreis 2012“ gewonnen hat. Roman Schuler stammt aus Karlsruhe und lebt heute in Hamburg. Er spielt im eigenen Trio mit Konrad Herbolzheimer am E-Bass zusammen, und am Schlagzeug sitzt Alex Klauck (mit Kopfhörern) und sorgt für ungewöhnlich rasante Rhythmen. Ein Wunder, wie er es schafft, sein Spiel diesem Wohnzimmer anzupassen, denn eigentlich ginge da natürlich noch viel mehr Sound!
Roman Schuler moderiert charmant diesen Musikabend, er verarbeite Eindrücke und Gefühle in seiner Musik, so auch in einem neuen Stück (eine neue CD gibt es Anfang 2019!), das eine Hommage an eine große Stadt ist: New York, Polizeisirenen, Großstadtgeräusche werden musikalisch nachempfunden – man geht durch Manhattan. Besonders lyrisch „Be good“ und „Wisehite“, und noch mehr feeling gibt es bei dem Stück „Searching for Home“ – gekonnt wechselt Roman Schuler zwischen den Manualen und tippt auch mal auf dem Laptop herum – unglaubliche Konzentration erfordert dieses Spiel mit schnellen Rhythmen und wechselnden Melodien und Motiven. Alles Gefühl! Alex Klauck ist ganz im Schlagzeugen versunken, großartig! Sein Solo bekommt viel Applaus, und ebenso Konrad Herbolzheimer, der den so gekonnt lässig E-Bass spielt, als wäre das alles so einfach. Das Trio harmoniert.
„You’re doing right“ kann man da diesen leidenschaftlichen Musiker mit ihrem eigenen Stück nur zurufen – nach begeistertem Applaus, einer Zugabe und zwei langen Sets geht dieser Musikabend noch nicht zu Ende: Die Gastgeber laden noch zur italienischen Grillwurst, und Wein sei auch noch da. Das Trio bekommt von den Gastgebern ein Sixpack Hannoversches Bier mit auf den Weg. Ein soundvoller Abend mit vielen Leckereien!