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Ungewöhnliche Spielorte, die zur Bühne werden, auch das ist die Idee des Salonfestivals! Am vergangenen Samstagnachmittag konnten viele Gäste genau das erleben: die neu eingerichtete Werkstatt Stichnoth in Hannover wurde zu einem Musiksalon. Inmitten der Arbeitstische, wo Schmuck entworfen und bearbeitet wird, luden Gastgeber Jörg Stichnoth und Ulrich Gehrke zur Musik von Julia Toaspern und Begleitung ein. Und bereits die erste Tune, eine schottische Weise, ließ alle Gäste aufhorchen. Julia Toasperns glockenklare Stimme und ihr fingerfertiges Geigenspiel begeisterte sofort! Ihre Songs nehmen die Zuhörer mit auf Reisen, die die Musikerin gern unternimmt – und selbst auch dorthin, wo sie noch nie war.

Einen Hauch vom schottischen Norden der Highlands, ein frischer kühler Wind, aber auch die Atmosphäre von schottischem Bars mit schnellem Geigenspiel wehte durch den Raum.

Julia Toaspern ist ausgebildete Sängerin, stammt aus Potsdam und lebt in Berlin, aber auch bisweilen in Schottland, wo sie zwischen Schafen und rauher Natur Inspiration für ihre Songs bekommt. Davon erzählt sie berührend und witzig und leitet stimmungsvoll ihre eigenen Lieder ein. Begleitet wird sie von zwei jungen Gitarristen: Anton Brandt an der Bassgitarre und Clemens Müller an der Gitarre, die gekonnt und scheinbar leichthin fingerfertig Ihre Gitarren beherrschen. Ein sehr schönes Zusammenspiel aller Instrumente, Julia Toaspern wechselt zwischen Geige und Gitarre, ihr Solo ist beeindruckend. Irish Folk, Jazz und lyrische Weisen: all das ist Julia Toaspern, mit einer funkelnden klaren Stimme. Ein akustisch anmutendes Konzert, lediglich von einer feinen kleinen Technik der exposive medien gruppe unterstützt. Am Ende gibt es langen Applaus und für jeden Musiker eine Kuckucksuhr aus dem Harz – made by Stichnoth. Und wer von den Gästen wollte, konnte eine Führung durch die Werkstatträume miterleben – beschwingt von den groovenden Rhythmen Julia Toasperns: „One step at a time“.

Einen ganz besonderen musikalischen Abend in Hannover gab es am vergangenen Sonntag im Salonfestival in einem Privathaus: Jessica Pilnäs, hinreißende Sängerin, und Mattias Ståhl, Vibraphonist und Pianist, waren aus Schweden angereist, um ihre Hommage an Peggy Lee – die berühmte Sängerin des amerikanischen Jazz – zu spielen. An die fünfzig Gäste waren gekommen und vom ersten Lied an gefesselt von der entwaffnenden Natürlichkeit von Jessica Pilnäs. Sie moderierte ihr Konzert auf charmante Weise: mal lässig, mal witzig („Sie tue alles für die Kunst“ – als Kommentar zu ihren ausgewöhnlich hohen schwarzen Glitzerschuhen – „die sehr unbequem seien“), mal ernst, als sie einen Song anstimmt, der sie an eine besondere Begegnung erinnerte. Mattias Ståhl begleitete abwechselnd am Vibraphon und am Flügel: konzentriert und überzeugend einfühlsam mit etlichen eigenen jazzigen Passagen. Jessicas Stimme, ihre vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten, und das Spiel von Mattias Ståhl harmonierten perfekt. Das Publikum lauschte hingerissen und gab begeisterten Beifall! Auch nach dem zweiten Set des Konzertes, dem noch einige Zugaben folgten. Und dann standen alle auf und klatschten – wunderbar. Der Abend war gedacht als Hommage an Peggy Lee und endete in einer Hommage an die großartige Sängerin Jessica Pilnäs und den erstklassigen Jazz-Vibraphonisten Mattias Ståhl. Songs wie „Fever“, „Is That All There is?“ und „There´ll Be Another Spring“ berührten das Publikum ebenso wie Louis Armstrongs „What a wonderful world“ – was für ein wundervoller Abend bei wundervollen Gastgebern!