Mittwoch, 13.02.2019 // 19.30 
zu Gast im Privathaus // Düsseldorf

Prof. Dr. Thomas Bauer

Die Vereindeutigung der Welt
Über den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt

Vortrag und Gespräch. Was haben das Verschwinden von Apfelsorten, das Auftreten von Politikern in Talkshows, religiöser Fundamentalismus und der Kunst- und Musikmarkt miteinander gemeinsam? Überall wird Vielfalt reduziert, Unerwartetes und Unangepasstes zurückgedrängt. Die Gesellschaft stemmt sich gegen Mehrdeutigkeiten und feiert als Gegenstrategie die vermeintliche Authentizität. In der Kunst zählt das, was nicht künstlich daherkommt, auf der Theaterbühne die „echten“ Menschen und bei Politikern schätzt man die „authentischen“ Akteure, die reden und handeln, wie sie denken und fühlen. Dessen ungeachtet leben wir jedoch in einer Welt der Unwägbarkeiten, der Vieldeutigkeit, der Vagheit. Gegen die Zumutung der Widersprüchlichkeit und des Nicht-Festgelegten setzen sich nicht nur fundamentalistische und populistische Bewegungen zur Wehr. Unklare Verhältnisse und Vielfalt gelten in vielen Teilen der Gesellschaft als störend, auch wenn sie sich bei Konsumgütern mit einer unüberschaubaren Auswahl umgibt. Was aber passiert, wenn wir den fatalen Weg des Verlusts von kultureller Vielfalt weiter beschreiten? Im Salon zeigt Thomas Bauer die Konsequenzen auf.

Prof. Dr. Thomas Bauer, lehrt als Arabist und Islamwissenschaftler an der Universität Münster. 2012 wurde er mit dem Leibnizpreis ausgezeichnet. 2018 erhält er den Tractatus-Essaypreis.