Freitag, 22.11.2019 // 19.30 
zu Gast im Studio of fine arts // München

Prof. Dr. Monika Betzler

Was sind die moralischen Anforderungen an Beziehungen?

Vortrag und Gespräch. Menschen leben in unterschiedlichen Beziehungen. Nahestehende muss man trösten, wenn es ihnen schlecht geht, man muss ihnen helfen und Zeit mit ihnen verbringen. Das gilbt besonders für die Eltern-Kind-Beziehung. Gerade diese Art von Beziehung kann es sogar unmöglich machen, sich für freundschaftliche, kollegiale Beziehungen oder für Fremde einzusetzen. Was aber sind die moralischen Anforderungen für familiäre Beziehungen? Und was schulden Kindern ihren Eltern? Worauf gründet die Liebe oder Freundschaft? Kann man von Freundschaft sprechen, wenn diese Beziehungen austauschbar und eigennützig sind? Was bedeuten Freundschaften in Zeiten von Social Media? Und was bedeuten uns die Menschen, mit denen wir arbeiten und häufig mehr Zeit verbringen als mit jeder andere Person: die Kollegen? Sie sind eine Quelle für unser Wohlergehen oder Leid. Unterliegt Kollegialität also eigenen moralischen Pflichten? Über die bislang wenig philosophisch durchleuchteten Kollegenbeziehungen spricht Monika Betzler im Salon. Unsere Beziehungen entscheiden, wie wir uns in der Welt verhalten. Sie sind von großer gesellschaftlicher Relevanz und deshalb Thema des Salongesprächs.

Prof. Dr. Monika Betzler lehrt Philosophie und Ethik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zudem leitet sie das Münchner Kolleg Ethik in der Praxis. Nach ihrer Promotion war sie zunächst für ein Jahr bei der Europäischen Union in einem Think Tank für das Kabinett von Kommissionspräsident Jacques Delors. Nach mehreren Aufenthalten in den USA lehrte sie neun Jahre lang an der Universität Bern, bevor sie an der LMU – wo sie selbst studierte – den Lehrstuhl für Philosophie und Ethik übernahm. Es sind die von Lebenswelten gesättigten Themen, die sie im Bereich der praktischen Philosophie besonders interessieren. Denn Philosophie und Ethik können Antworten geben, wie wir uns selbst bestimmen sollen, aber auch was wir anderen Wesen schulden.