Sonntag, 17.02.2019 – 16.30 
zu Gast im Privathaus // Hamburg-Othmarschen

Iris Radisch

Vom Glück des Lesens und über gute Literatur

Lesung und Gespräch. Das Leben ist zu unübersichtlich und zu kurz für schlechte Literatur. Was aber macht einen guten Roman oder eine gute Erzählung aus? Gute Bücher, so Iris Radisch, bilden Herz und Verstand und sie machen glücklich. Das stille Lesen sei eines der großen weltumstürzenden Wunder. Aber nicht, um aus der Wirklichkeit zu fliehen, lesen wir oder um bildungsbürgerlich daherzukommen oder Alltagsprobleme zu lösen. Wir lesen, um die Welt zu verstehen, um unsere Sinne zu schärfen, um den Geschmack zu verfeinern. Wir tauchen ein in das Innerste anderer Menschen, in ihr Glück, in ihr Leiden, in ihre Art, das Leben zu leben und entdecken vielfältige Möglichkeiten in einer literarischen Gegenwirklichkeit. Lesend, so sagt Iris Radisch, erkennen wir die Welt. Aber welche Bücher sollten wir lesen? Wer sagt, was gute Bücher sind? Die Literaturkritiker, die belesene Buchhändlerin? Oder die Bestsellerlisten und Literaturpreise?  Was auch immer als Indikator guter Bücher erscheinen mag – am Ende überzeugt gute Literatur nur durch sich selbst. In jedem Fall lässt sich über gute Bücher trefflich sprechen, schwärmen und streiten.

Iris Radisch ist seit 1990 Literaturredakteurin der ZEIT und seit 2013 Leiterin des Feuilletons. 2008 wurde sie mit dem Medienpreis für Sprachkultur der Gesellschaft für deutsche Sprache ausgezeichnet und von der französischen Kulturministerin zum „Chevalier des Arts et Lettres“ ernannt. Iris Radisch veröffentlichte eine Biographie über „Camus“ und das Buch „Warum die Franzosen so gute Bücher schreiben“. Außerdem ist sie vielfach als Moderatorin für Literatur im Fernsehen zu sehen.