Sonntag, 11. März 2018 // 12.00 
zu Gast im Privathaus // Hannover

Ijoma Mangold

Das deutsche Krokodil – Meine Geschichte

Gespräch. «War ich überassimiliert, deutscher als jeder Deutsche? Ein Opportunist, der die Anpassung so weit trieb, bis die konservativen Väter meiner Freunde überzeugt waren, dass das deutsche Kulturerbe einzig in meinen Händen noch eine Chance auf ein Weiterleben hatte?» Ijoma Alexander Mangold lautet sein vollständiger Name; er hat dunkle Haut, dunkle Locken. In den siebziger Jahren wächst er in Heidelberg auf; seine Mutter stammt aus Schlesien, sein Vater ist aus Nigeria nach Deutschland gekommen, um sich zum Facharzt für Kinderchirurgie ausbilden zu lassen. Zurück in Afrika, gründet er eine neue Familie. Erst 22 Jahre später meldet er sich wieder und bringt Unruhe in die Verhältnisse. Iljoma Mangold erinnert sich an seine Kindheits- und Jugendjahre als «Mischlingskind» in der Bundesrepublik. Und womit fällt man in Deutschland mehr aus dem Rahmen, mit einer dunklen Haut oder mit einer Leidenschaft für Thomas Mann und Richard Wagner?

Iljoma Mangold studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in München und Bologna. Nach Stationen bei der «Berliner Zeitung» und der «Süddeutschen Zeitung« wechselte er 2009 zur Wochenzeitung «Die Zeit«, deren Literaturchef er seit 2013 ist. Außerdem gehört er zum Kritiker-Quartett der Sendung «lesenswert« des SWR-Fernsehens.