Samstag, 28. Oktober 2017 – 19.00 Uhr
zu Gast im Privathaus // Celle

Harald Martenstein

Toleranz und politische Korrektheit

Gespräch. Diskussion. Jetzt dürfe man nicht einmal mehr Toleranz sagen, meint Harald Martenstein und schlägt vor, von der üblichen Kommunikation zur Zeichensprache zu wechseln. Denn Tolerieren bedeute Hinnehmen, Dulden, Gewährenlassen und das Wort habe etwas Herablassendes, Gönnerhaftes. Darf man künftig das Wort Toleranz nicht mehr tolerieren? Toleranz gehört also in die Kategorie der politisch unkorrekten Wörter. „Kann es sein, dass in unserer Zeit Wörter schneller abgeholzt werden, als vonseiten der politisch Korrekten neue Wörter nachwachsen?“, fragt sich der bekannte Zeit-Kolumnist Harald Martenstein. Er schlägt ein neues Wörterbuch vor, in dem gutwillige, aber in sprachlichen Nuancierungen nicht so bewanderte Menschen nachschlagen können, wie sie sich beleidigungsfrei ausdrücken können – das wäre doch eine schöne Aufgabe für den Dudenverlag. Ein Vortrag über Toleranz und politische Korrektheit – Einmischen und Diskutieren ist ausdrücklich erwünscht!

Harald Martenstein ist Journalist und Autor. Seit 2002 schreibt er Kolumnen für Die Zeit und für die Sonntagsausgabe des Tagesspiegels. Darüber hinaus verfasst er regelmäßig Glossen zu den Berliner Filmfestspielen und immer wieder auch größerer Reportagen und Essays.