Freitag, 02.11.2018 // 20.00 
zu Gast im Privathaus // Wiesbaden

Gert Loschütz

Ein schönes Paar

Lesung und Gespräch. Ein ergreifender Roman über Liebe und Vergänglichkeit vor dem Hintergrund der deutschen Teilung. Beim Ausräumen seines Elternhauses stößt der Fotograf Philipp auf einen Gegenstand, der in der Geschichte seiner Eltern eine entscheidende Rolle gespielt hat. Die beiden, Herta und Georg, waren ein schönes Paar. Philipp erinnert sich an ihr junges Liebesglück, ihre Hoffnungen und Gefährdungen, an die überstürzte Flucht seines Vaters aus der DDR in den Westen. Das hätte, da ihm die Mutter und der Junge ein paar Tage später folgten, der Beginn eines erfüllten Lebens sein können, tatsächlich aber trug die Flucht den Keim des Unglücks in sich. Nach und nach geht Philipp das Paradoxe der elterlichen Beziehung auf: Dass es die Liebe war, die ihre Liebe zerstörte. Damit aber ist die Geschichte, die auch sein Leben überschattet hat, nicht vorbei. Am Ende stellt er fest, dass Herta und Georg all die Jahre über miteinander verbunden waren, auf eine Weise, die sie niemandem, nicht einmal sich selbst, eingestehen konnten.

Sacht ist die vermutlich autobiographische oder zumindest historisch reale Erfahrung ins Fiktive, fast Mythisch-allgemeine verschoben. (…) Bedingungslos hart und unfassbar zart.
Insa Wilke, Süddeutsche Zeitung

Gert Loschütz, in Genthin (Sachsen-Anhalt) geborgen, arbeitet seit 1970 als Schriftsteller, auch für das Theater und den Hörfunk. Er erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, unter anderem den Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis und den Rheingau Literaturpreis. Loschütz lebt in Berlin.