Freitag, 17.08.2018 // 19.30 
zu Gast im Privathaus // Wiesbaden

Prof. Dr. Andreas Rödder

Wer hat Angst vor Deutschland?

Ein Spiegelkabinett europäischer Wahrnehmungen seit 1870

Gespräch. Deutschland steckt in einem Dilemma. Allenthalben wird erwartet, dass es politische Führung übernimmt. Doch wenn es dies tut, ist der Vorwurf der deutschen Dominanz vorprogrammiert. Der renommierte Historiker Andreas Rödder erzählt die Geschichte, die dahintersteht: die Geschichte der »deutschen Stärke« in Europa, die alle Katastrophen des 20. Jahrhunderts überlebt hat, die Geschichte deutscher Selbstbilder als Kulturnation und die Geschichte der vielen zwiespältigen Gefühle der Nachbarn gegenüber Deutschland – die bis heute immer wieder präsent sind. Wie kann Deutschland mit diesen Ambivalenzen umgehen? Wie lassen sich deutsche Stärke und europäisches Gemeinwohl vereinbaren? Und wie kann Deutschland zu einem starken Europa beitragen?

Mit seinem brillanten Blick in die Geschichte erklärt Andreas Rödder überzeugend auch das aktuelle Dilemma Deutschlands in Europa – und entwickelt Vorschläge, wie das Problem zu lösen ist.

Andreas Rödder, Professor für Neueste Geschichte an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz, ist einer der führenden Zeithistoriker der jüngeren Generation. Er beschäftigt sich mit der Entwicklung von Werten und Wertewandel in der Moderne und Postmoderne. Für seine brillante Analyse der Gegenwart wird der Historiker von einer breiten Leserschaft geschätzt und ist somit auch vielfach zu Zeitfragen in den Medien zu hören.