„das salonfestival“ ist immer für eine Überraschung gut, in jeder Hinsicht.
Es erwartet den Besucher ein besonderer Ort, ein besonderer Künstler oder ein sehr besonderes Gastgeberehepaar. Im besten Falle treten alle drei Dinge gemeinsam auf – so geschehen zum Auftaktkonzert der Festivalreihe am 19. Januar in Hannover.
Man fährt weit hinaus nach Hannover-Anderten und findet sich in einem Haus mit äußerst sensiblen und musikalischen Gastgebern wieder. Ein heller freundlicher Raum empfängt den staunenden Gast, magnetisch zieht den Blick ein gepflegter Steinway D Flügel an, eine Begegnung, die der Hoffnung auf einen erfüllten Klavierabend gründlich Raum verleiht. Wir werden nicht enttäuscht. Ein erfreulich neugieriges Publikum findet sich zahlreich ein und trägt begeistert zu der aufs feinste ausbalancierten Atmosphäre bei. Die einfühlsamen, einführenden Worte des Gastgebers lockern den blauen Moment vor dem Konzert auf, die Pianistin erscheint in Rot.
Die richtige Farbe für Beethoven, Ravel, und Liszt mit deren Musik Lika Bibileishvili in der Folge das Publikum in ihren Bann zieht. Gekonnt spannt sie den Bogen und führt ihre Zuhörer durch ein, an Extremen überreiches Gefühlschaos. Hochvirtuos beschließt sie den spannenden und reichhaltigen Abend mit Franz Liszt, h-Moll Sonate. Ein perfektes Feuerwerk.
Mehr geht nicht.

© Andreas Liebrandt