Lieder von gestern und heute: „Vintage“ hat die Berliner Sängerin Iris Romen (mit holländischen Wurzeln) ihr Programm überschrieben und ist gemeinsam mit dem Gitarristen Alexey Wagner nach Hannover gekommen. Der Spielort ist ungewöhnlich wie hübsch improvisiert hergerichtet: eine Bühne gibt es nicht, es genügt eine Steckdose für den Rhodes und das Keybord. Alles direkt vor einem gemütlichen Sofa, auf dem entspannt die Gäste lauschen. Nahezu unplugged ist diese Konzert, leise und charmant weht der Geist von ehemals durch die Lieder. Iris Romen sagt gleich zu Beginn geradeheraus, sie sei ein wenig altmodisch und schätze es sehr, Gefühle, Eindrücke und Lebensalltag in Lieder umzusetzen, zumeist in eigene, es gibt wenig Cover an diesem Abend. Mitunter genügt eine Impression, so kam es zum Lied mit dem ‚Elevator Boy’, in dem das Liftklingeln wunderbar nachgeahmt wird. Iris singt vom ‚Mut haben’, wie man sich fühlt bisweilen, und auch sehr schön vom ‚ein Zuhause haben’ und von der kommenden Jahreszeit. Und natürlich gibt es auch ein Liebeslied: „You stole my heart“. Ihre Stimme ist hoch, ein heller sehr klarer Sopran mit Möglichkeiten in der Tiefe, mitunter auch mit einem leichten Timbre. Ihr liegen fast alle Rhythmen: vom Walzer über Bossa Nova bis hin zum Westernsong und auch mal einem ‚Schieber’. Stets wunderbar begleitet von Alexey auf der Gitarre, der die Riffs beherrscht, mehr als das, eine sehr empathische Begleitung ist. Beim Blues allerdings dreht er so richtig auf! Ein schöner Kontrast auch zum Spiel am Keybord und besonders zum Bass, zu dem Iris mühelos überwechselt und den sie glänzend beherrscht. Ganz toll: „Born to be wild“ für Stimme und Bass! Auch ein alter Song – zu dem viele Gäste begeistert mitwippen. Besonders schön wird es, wenn Jazzanklänge zu Gehör kommen, dann wird Iris’ Stimme sanft und voll.
Iris Romen wird bald im Studio neue Lieder aufnehmen, sie sei ein langsamer Mensch, der in der Musik alles sozusagen wegarbeite, meint sie in ihrer charmanten Moderation, die durch den Abend führt. Nur unterbrochen von einer Pause, für die die Boutiquebesitzerin ein üppiges Büffet vorbereitet hat. Und natürlich vom langen Applaus!