Der Salon, der am 5. Dezember in Düsseldorf stattfand, hatte das, was wir uns von einem Salon immer erhoffen: Er hat Menschen zusammengebracht, die dadurch etwas Neues geschaffen haben. 

Als wir den Salon „Dezemberlichter“ der Hamburger Formation KLIEMA angeboten bekamen, wollten wir ihn sofort nach Düsseldorf holen. Im Gegensatz zum üblichen Vorgehen, einen Gastgeber zu haben, der erst das Format und danach die Darbietung nach eigenem Geschmack wählt, haben wir den Salon aktiv angeboten, und zwar der K12 Agentur für Kommunikation und Innovation. Auf die Mail mit dem Verschlag und einem Link zur Künstler-Website kam die Antwort postwendend: „Ja, machen wir. Und wir hätten da noch eine Idee.“

Kliema © Antje Terhaag

Kliema © Antje Terhaag

Und so kamen nach KLIEMA und K12 zwei weitere Namen ins Spiel: LaMusika und Acousence. 

LaMusika baut High-End-Stereoanlagen und ist zunehmend vor die Herausforderung gestellt, Musikaufnahmen zu finden, die der Qualität der Wiedergabegeräte gerecht werden. Und was man nicht hat, muss man selbst produzieren. So war die Idee geboren, den Salon aufzuzeichnen – in allerhöchster Qualität. Das wiederum sollte die Aufgabe von Acousence werden. 

Was so einfach klingt, bedarf einer Menge Abstimmung: Die Musiker müssen darauf Lust haben, einen Extratag Zeit mitbringen können fürs Einmessen der Aufnahme, und dann dürfen keine anderen Verträge dem Ganzen entgegenstehen. In der Agentur darf der Raum am Vortag nicht belegt sein. Der Tonmeister muss zum geplanten Termin Zeit haben, und und und. Und am Ende war es genau so einfach: Alles lief innerhalb weniger Tage zusammen, also hätte man Monate auf den Termin hingearbeitet.

K12 Agentur für Kommunikation und Innovation © Antje Terhaag

K12 Agentur für Kommunikation und Innovation © Antje Terhaag

Wer am Abend des Konzerts zu K12 kam, fand einen wunderbar dekorierten Raum vor und bestens aufgelegte Musiker. Nur an den dicken Kabelsträngen, die in einen Nebenraum liefen, und mehreren Mikrofonen, die deutlich über den Musikern positioniert waren, konnte man erahnen, dass hier mehr passierte als in einem klassischen Salon. 

Wer bis dahin noch nicht in Weihnachtsstimmung war, sollte an diesem Abend im Advent ankommen. Auf einem riesigen Monitor im Hintergrund prasselte lautlos ein Kaminfeuer, die Gäste des restlos ausgebuchten Salons sorgten in kurzer Zeit für die entsprechende Wärme im Raum. 

Hauke Kliem (Gitarre) erzählte von seiner Jugend im Posaunenchor seines Vaters und der Entstehung des Projekts KLIEMA, das tatsächlich eine reine Weihnachtsformation ist. Er stellte die Musiker an seiner Seite vor: Maria Rothfuchs (Kontrabass), die von Beginn an dabei war, Michael Leuschner (Tompete und Flügelhorn), sein Wunschkandidat für die Nachfolge seines Vaters Ulrich, und als Gast Milla Kay, die mit Gesang, Ukulele und weitere winzigen Instrumenten die Dezemberlichter zusätzlich erhellte. 

Kliema © Antje Terhaag

Kliema © Antje Terhaag

Kliema © Antje Terhaag

Hauke Kliem © Antje Terhaag

Kliema © Antje Terhaag

Milla Kay, Kliema © Antje Terhaag

Zwischen Johann Sebastian Bach und Chris Rea führte der Abend durch das weihnachtliche Musikrepertoire – immer wiedererkennbar und doch neu interpretiert, unterbrochen von Geschichten zu den einzelnen Titeln, die Hauke Kliem charmant und pointiert zum Besten gab. Nach der letzten Zugabe waren alle beseelt – und KLIEMA ein wenig erleichtert. Wer hätte gedacht, dass die Live-Aufnahme auch gestandenen Profis noch Respekt abgerungen hatte. Tonmeister Ralf Koschnicke zeigte sich zufrieden mit der Aufnahme, auch wenn für ihn die meiste Arbeit noch bevorstand. Die Salonbesucher waren begeistert von der Musik, den sympathischen Musikern und der Gastfreundschaft von K12 und hielten es bei Getränken und Fingerfood noch lange aus an diesem Abend. Überhaupt hatte es niemand eilig, sich von diesem Erlebnis zu verabschieden. Die spontane Kollaboration von KLIEMA, K12, LaMusika, Acousence und dem Salonfestival war auch zu besonders und zu harmonisch, um schon zu enden. 

Da trifft es sich gut, dass das Ergebnis allen erhalten bleibt: Die fertige Musikdatei wird alle Beteiligten sowie die Salongäste des Jahres 2018 noch lange an diesen Abend und die Idee des Salonsfestivals, Menschen zusammenzuführen* und miteinander ins Gespräch zu bringen, erinnern.

*In dieses Projekt involviert waren:

Acousence: Ralf Koschnicke

K12: Britta Neisen und Michael Jansen, Felix Günther, Melina Hartmann, Robin Reichert, Moritz Maisenbacher und Medi Kiaei

KLIEMA: Hauke Kliem, Maria Rothfuchs, Michael Leuschner und als Gast: Milla Kay

LaMusika: Alfred Rudolph, Ingo Beenen

und – mit herzlichem Dank an die oben Genannten – das Team des Salonfestivals. 

von links: Maria Rothfuchs (verdeckt), Milla Kay, Michael Leuschner (Kliema), Ralf Koschnicke (Acousence), Britta Neisen (K12) und Corinna Siebrecht (Salonfestival) © Antje Terhaag

von links: Maria Rothfuchs (verdeckt), Milla Kay, Michael Leuschner (Kliema), Ralf Koschnicke (Acousence), Britta Neisen (K12) und Corinna Siebrecht (Salonfestival) © Antje Terhaag