Die Songs von Jodymoon könnten der Soundtrack zu „America by Car“ des Fotografen Lee Friedlander sein. Man durchmisst das Land nicht mit dem Auto, sondern musikalisch, aber man kann Weite und Einsamkeit durch die Melodien spüren, an deren Steuer Digna Janssen (Gesang, Piano) und Johan Smeets (Gitarre, Dobro, Perkussion, Gesang) sitzen, begleitet von Cellistin Marie-José Didderen. Der Showroom von Farrow & Ball wird zum Lagerfeuer, das die Gäste anlockt und sie mit den Stimmen von Janssen und Smeets wärmt, harmonisch und sehnsuchtsvoll.

Jedes Stück ist eine Geschichte. Ob es die Erinnerung an minus 25 °C in Kanada („40 Days“) ist, an Freunde und Familie („Paris“), den zu früh verstorbenen Vater („Who Are You Now“) oder zwei Jungs, die von zuhause abhauen („Money In Our Pockets“), jede wird mit Worten und Tönen zu gleichen Teilen zu erzählt. So dicht, es passt perfekt in den Raum, in dem die Zuschauer zusammen mit den Musiker auf einer Bühne sitzen und schon nach kurzer Zeit zu einem Backgroundchor werden. Melancholische Melodien wechseln sich mit Uptempo-Nummern ab, dazwischen Soli von Cello und Dobro –Jodymoon verstehen sich auch auf die Dramaturgie eines ganzen Abends, unterstützt von herzlichen Gastgebern und einem Publikum, dass sich ganz auf die Musik einlässt.