Gloria Campaner gilt derzeit als außerordentlich bemerkenswerte italienische Nachwuchspianistin weltweit. Als Solistin gibt sie mit Orchester oder auch in kammermusikalischer Besetzung in Italien, Frankreich, England, Japan und auch der Schweiz Konzerte. Sie ist offizielle Steinway Künstlerin, spielt regelmäßig international in Steinway Häusern, war in Los Angeles, ist in der Carnegie Hall aufgetreten und hat eine CD mit Werken von Schumann und Rachmaninoff eingespielt. Für „das salonfestival“ ist sie nach Hannover gekommen. Das Format kenne sie nicht, sie spiele sonst nur für Freunde oder die Familie im Wohnzimmer, sagt sie und ist total überrascht: Ein Konzertflügel steht bereit, viele Gäste sitzen auf ihren Klappstühlen und schauen erwartungsvoll auf diese junge Pianistin aus Venedig, als sie die ersten Töne erklingen lässt. Ottorino Respighis Notturno steht auf dem Programm, und berührend sanft ist der Auftakt. Doch rasch hört man, wie energisch Gloria Campaner ist, wie viel Kraft und Leidenschaft in ihrem Spiel steckt. Sie setzt ihre eigenen Akzente der Interpretation, genau, entschieden und überzeugend. Die Mondscheinsonate von Ludwig van Beethoven hat ein gutes Tempo und lässt bisweilen den kraftvollen Anschlag ahnen, sehr einfühlsam geht sie mit dem Thema um. Die Zuhörer sind bereits ab dem ersten Stück gefesselt, rühren sich nicht und lauschen gebannt. Manche schauen sehr interessiert auf Gloria Campaners Hände…

Claude Débussys komplexes Stück ‚L’Isle jouyeuse’ lässt mehr als aufhören: es stellt rhythmisch höchste Ansprüche, ist komplex, was Gloria Campaner wie selbstverständlich meistert: schwungvoll und oft mit einem Lächeln im Gesicht. Man merkt, wie konzentriert sie ist, ganz in der Musik, während ihre Hände die musikalischen Geschichten dieses Salonabends erzählen: Arvo Pärts Stück ‚Für Alina’ beginnt nachdenklich, sinnlich, wie Tropfen aus Glas hört es sich an. Einfach schön! Ebenso wie Alexander Skrjabins ‚Etude N.2 n. 1’, mitreißend, voller Gefühl von Gloria Campaner ins Publikum hineingespielt wird. Vollends zum Rausch der Töne wird dieser phantastische Klavierabend mit dem letzten Werk auf dem Programm:  Sergei Prokofievs ‚Toccata Op.11’ – tänzerisch laufen die Finger, hämmern kraftvoll, linke und rechte Hand wunderbar ineinandergehend, das Thema immer wieder hervorhebend.

Es gibt viel Applaus, für Gloria Campaner und für die faszinierten Gastgeber sowieso. Sie freuen sich außerordentlich, diese großartige Pianistin für einen Abend in ihrem Haus zu haben und bedanken sich begeistert beim „salonfestival“ für dieses ganz besondere musikalische Erlebnis. Für sie sei dieser furiose Abend ein Geschenk, sagt der Gastgeber voller Enthsiasmus. Natürlich kommt auch eine kleine Zugabe, die ‚Träumerei’ aus Schumanns ‚Kinderszenen’, ein schöner Abschluss für diesen winterlichen Abend mit viel Schnee draußen im Garten. Das Gastgeberpaar bittet zu bleiben, zum Gespräch, zum Essen und vor allem – zum Nachklang dieses wunderbaren Klavierabends! Was bleibt: Gloria möge wiederkommen!