Nein, der Satz bezog sich nicht auf den Salon, gleichwohl fiel er in dessen Rahmen. Vodafone hatte eingeladen zum Thema „Künstliche Intelligenz“. Wissenschaftsjournalistin Manuela Lenzen und der KI-Experte Reinhard Karger gaben einen Überblick über den aktuellen Stand des Machbaren und einen Ausblick auf die naheliegenden Anwendungen der nächsten Dekaden. 

Zunächst wurde schnell klar, dass die KI nicht mit der menschlichen Intelligenz verglichen werden kann. Daten werden in großer Menge gespeichert und nach Vorschriften ausgewertet, rasend schnell und zunehmend präzise. Das lässt sich schon heute bei Übersetzungsprogrammen feststellen oder auch bei der Suche nach Bildern im eigenen Smartphone nach Stichwörtern. Google Duplex ist in der Lage, telefonisch einen Termin zu vereinbaren oder einen Tisch zu reservieren, ohne dass man seinen künstlichen Gesprächspartner erkennen kann. All diese Anwendungen werden besser, aber sie bleiben auf den Zweck reduziert, zu dem sie entwickelt wurden. Zu klären wäre die Frage, ob ein Anrufer ohne Blutkreislauf beispielsweise durch den Telefonanbieter gekennzeichnet werden müsse. 

Die Frage, welche Rolle der Mensch in dem Szenario spielt, und ob die künstliche Intelligenz nicht sogar bedrohlicher als nützlich werden könne, stellte sich vor allem den Zuhörern. Intelligente Waffensysteme gehören zu den Dingen, mit denen man sich auseinandersetzen muss. Schnell wurde jedoch klar, dass eine diffuse Angst vor allem in fehlendem Wissen darüber begründet ist, was machbar ist – und vor allem, was eben nicht geht. Und so hatten Manuela Lenzen und Reinhard Karger übereinstimmend einen hoffnungsvollen Blick auf die kommenden Jahrzehnte. So würden die Menschen beispielsweise einen großen Teil ihrer Privatheit zurückerobern, wenn „Supercomputer“ in die Haushalte einziehen und bei komplexen Fragestellungen nicht mehr auf Clouddaten angewiesen seien, auch wenn dem Einzelnen dann die Datensicherung wieder selbst zufalle. Vor allem wird es uns in 20, 30 Jahren möglich sein, wesentlich länger zu Hause und selbstbestimmt leben zu können, wenn Roboter uns im Haushalt unterstützen und autonomes Fahren unsere Mobilität sehr lange aufrecht erhält. Das Gespräch, wie denn schon wieder Kratzer in den Lack gekommen seien, und ob es nicht Zeit wäre, den Führerschein abzugeben, bliebe Eltern und Kindern erspart. 

Natürlich bleibt dann wieder mehr Zeit für die Dinge, die den Menschen ausmachen. An diesem Abend waren es die Inspiration durch die beiden Vortragenden, die Unterhaltung mit interessanten Gästen, der Genuss von Getränken und Fingerfood und der sensationelle Blick über ganz Düsseldorf. Diese Zeit kann man sich aber auch jetzt schon nehmen.