Einen ganz besonderen musikalischen Abend in Hannover gab es am vergangenen Sonntag im Salonfestival in einem Privathaus: Jessica Pilnäs, hinreißende Sängerin, und Mattias Ståhl, Vibraphonist und Pianist, waren aus Schweden angereist, um ihre Hommage an Peggy Lee – die berühmte Sängerin des amerikanischen Jazz – zu spielen. An die fünfzig Gäste waren gekommen und vom ersten Lied an gefesselt von der entwaffnenden Natürlichkeit von Jessica Pilnäs. Sie moderierte ihr Konzert auf charmante Weise: mal lässig, mal witzig („Sie tue alles für die Kunst“ – als Kommentar zu ihren ausgewöhnlich hohen schwarzen Glitzerschuhen – „die sehr unbequem seien“), mal ernst, als sie einen Song anstimmt, der sie an eine besondere Begegnung erinnerte. Mattias Ståhl begleitete abwechselnd am Vibraphon und am Flügel: konzentriert und überzeugend einfühlsam mit etlichen eigenen jazzigen Passagen. Jessicas Stimme, ihre vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten, und das Spiel von Mattias Ståhl harmonierten perfekt. Das Publikum lauschte hingerissen und gab begeisterten Beifall! Auch nach dem zweiten Set des Konzertes, dem noch einige Zugaben folgten. Und dann standen alle auf und klatschten – wunderbar. Der Abend war gedacht als Hommage an Peggy Lee und endete in einer Hommage an die großartige Sängerin Jessica Pilnäs und den erstklassigen Jazz-Vibraphonisten Mattias Ståhl. Songs wie „Fever“, „Is That All There is?“ und „There´ll Be Another Spring“ berührten das Publikum ebenso wie Louis Armstrongs „What a wonderful world“ – was für ein wundervoller Abend bei wundervollen Gastgebern!

Seit seiner Gründung im Juni 2014 hat „das salonfestival“ insgesamt 350 Salons mit rund 15.000 Gästen zur Aufführung gebracht. Unter dem Dach der gemeinnützigen Initiative haben Gäste mit renommierten Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur diskutiert und/oder Kunst erlebt. Und dabei Kultur privat gefördert und privat finanziert – alle Gastgeber und Förderer tragen mit einer Spende zur Finanzierung der Künstlerhonorare bei. Auf öffentliche Gelder wird bewusst verzichtet. Das ist eine der Leitlinien unseres Konzepts.

Der Salon meint heutzutage so vieles: es ist der Ort für Kunstgenuss aus nächster Nähe, der Ort für die moderne Variante des Hauskonzerts, für Lesevergnügen und Künstlerbegegnung. Und es ist der Raum für den Diskurs, zu verstehen als die zeitgemäße Agora – der Ort an dem Gesellschaft gelebt, aber auch mitgestaltet wird. Ein Ort der Teilhabe, der Meinungsbildung. Keine Großveranstaltung, aber öffentlich und wirkungsvoll.

Unser Ziel ist ein bundesweites Netzwerk einer Bürgergesellschaft, die sich zeigt. Von Menschen mit Bürgersinn und Verantwortung, interessiert an engagiertem Handeln in unserer Gesellschaft.

Wie man Teil dieser Idee werden kann? Indem man selbst Gastgeber wird und sein Haus öffnet. Oder indem man Salonfreund wird und damit Teil eines Freundeskreises, der diesen spannenden Weg einschlägt. Und/ oder indem man als Gast unseren Salon besucht. – Werden Sie ein Teil dieser aktiv-gestaltenden Bürgergesellschaft.