Premiere!!! Wir waren nervös – nein, eigentlich eher freudig gespannt. Nach zwei Jahren, in denen wir einige Veranstaltungen des Salonfestivals als Gäste besucht hatten, sollte nun unsere Premiere als Gastgeber folgen. Etwas Mut brauchte es schon. Wir würden weder die Musiker noch den Großteil der Gäste kennen. Ob die Musiker sich wohlfühlen, die Gäste? Und ob ihnen das Programm gefällt, ob Essen und Getränke reichen, das Wetter wohl mitspielt und wir die Terrasse öffnen können und … ? Fragen über Fragen. Obwohl ja nicht schlechthin das erste Mal Gastgeber, einiges war eben doch anders und erzeugte eine gewisse freudige Anspannung. Frau Groffy begleitete uns sanft aber bestimmt, beantwortete geduldig alle Fragen und half aus, wo etwas fehlte. Auch die Schilderungen von erfahrenen Gastgeber haben uns geholfen und ein paar weitere Fragen beschert.

Aber es sollte natürlich unsere Premiere, also ‘unser Abend’ werden…. Und er wurde es!!! Christian Elin und Jakob Rattinger sind total nette, sympathische und dem Publikum – das ihnen ungewohnt ‘nahe kam’ – zugewandte, exzellente Musiker. Die Gäste offen, gesellig und eine ‘kunterbunte’ Runde, die noch lange nach dem Konzert beieinanderblieb. Das Essen lecker und genau richtig. Alle waren begeistert, die Musiker, die Gäste und wir, die Gastgeber, waren es auch. Als dann gegen Mitternacht die Spannung der Freude über den gelungenen Abend wich, hätte man gerne nochmal ‘zurückgespult’, um den Abend noch einmal bewusster, ohne die (An-)Spannung, zu erleben. Aber auch die war ja irgendwie freudig schön, weshalb man ja mal darüber nachdenken kann, was eigentlich nach einer Premiere so folgen könnte…

Von: Antje & Wolfgang Hoffmann, Thomas Papke

 

 

43 geschliffene Kristallgläser von unterschiedlicher Größe und zehn benetzte Finger sind die Zutaten zum Glasharfenkonzert mit der Hannoveraner Glasharfenistin Susanne Würmell. Vor der schön improvisierten Bühne im vollen Wohnzimmer warten gespannt die Gäste. Und als das erste Stück erklingt (Händel), ist es so still, – beinahe glaubt man, das Atmen könne das zerbrechliche Instrument zerstören. Susanne Würmell spielt zum ersten Mal im Salonfestival – das Wohnzimmer ist für sie der perfekte Ort des Auftritts: gekonnt und fingerfertig spielt, moderiert und schauspielert sie durch buntes Programm. Zu hören sind Stücke von Bach, Mozart, Verdi – aber auch Walzer und argentinischer Tango, und da darf Piazzolla nicht fehlen.

Susanne Würmell feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum, sie beherrscht ihr Instrument. Man spürt bei jedem Stück ihre Lust am Spielen, und auch am Schauspiel. Sie rezitiert, erzählt und setzt auch schnell mal zwischendurch eine Perücke auf, die sie mit reichlich Puder bestäubt.

Die Gäste sind begeistert und das Gastgeberpaar strahlt. „Grazil und zauberhaft“ sei das Spiel gewesen, sagt am Ende die Gastgeberin.

Ein wundervoller Abend mit herzlicher Gastgeberschaft und einem besonderen Instrument: eben ein Glasharfen-Salon!

 

 

 

Die “exposive medien gruppe”, die „das salonfestival“ in Hannover großzügig mit Technik unterstützt, hatte sein Rolltor für einen besonderen Musik-Salon hochgefahren: Inmitten hoher Regale voller Traversen und Cases spielte Jumaa auf einer feinen, technisch perfekten Bühne. Jumaa ist ein begnadeter Sänger, Multiinstrumentalist, Komponist und Arrangeur und sagt von sich selbst, die Leute hielten ihn wohl „für ein bisschen verrückt“, weil er sich in keine musikalische Schublade pressen lasse. Auch sei er lange Jahre nicht in Hannover aufgetreten, und zu seiner Überraschung ließ sich das Publikum nicht lange bitten, ihn stimmlich bei einem Song zu unterstützen, und das richtig gut! Begleitet wurde Jumaa von Roberto Volse am Bass und Johan Polzer am Schlagzeug – beide begnadete Musiker, deren phantastische Soli viel Applaus bekamen. Das Trio harmonierte perfekt, und schon nach dem ersten Song horchten alle Gäste auf: Jumaas Stimme – mit sanftem Timbre – die mühelos vom Falsett bis zu Basstiefen moduliert, ist etwas Besonderes. Seine eigenen Songs über die Liebe, das Leben, über Empfindungen gingen unter die Haut und begeisterten die Gäste: „Am I? I Am!“ lautet der Titel seiner EP, die am Abschluss des Konzertes viele Interessenten fand. Jumaa ist alles: jazzig, soulig, groovig, man muss ihn live erleben. Ein Abend voll guter Musik war das, einfach so. Ein Abend mit Gefühl und Seele, einfach so. Ein Abend mit Jumaa.

Ein großes Dankeschön an Helge Leinemann von exposive! Für das liebevolle Catering, die stimmungsvolle Ausleuchtung im Techniklager und den netten Abschiedsgruß: Für den Start in den Oktober gab es für jeden Gast ein Glas gesunde Möhrensuppe! Danke!

„What are you traying to say“ ist der Titel seiner neuen CD – doch der kanadische Singer/Songwriter David Blair muss selbst nichts versuchen – er kann es! Seine ansteckend fröhliche Musik – eigens verfasste Songs über Themen wie Liebe, Nähe, Freundschaft und Mut – und seine launig-charmante Moderation begeisterten im Bang&Olufsen Store in Hannover alle Gäste. Begleitet wurde David Blair von Roland Hegel an der Bassgitarre und Stuart Kemp am Schlagzeug. Sie harmonierten perfekt mit Davids Gitarrenspiel, seinen schnellen Riffs und vor allem seiner charismatischen Stimme. Nach einer kurzen Pause mit Laugenstangen und Bier drehten die drei Musiker nochmals so richtig auf – und die Zuhörer gingen mit! Musikalisch und menschlich ein ganz toller Abend: David Blair verzauberte sein Publikum. Und Gastgeber Rüdiger Horn und sein Team – engagiert zum vierten Mal in Folge im Salonfestival dabei – schwärmte von seinem Lieblingssong: „What Am I Worried About“. Ein wirklich schöner Song, ebenso wie „Say No“ oder „Just A Look“, in denen David Blair Stimmungen besingt, die wir alle kennen. Er sprudelt vor Musik und Einfällen, und war überaus glücklich, im Salonfestival dabei zu sein: Genau wie Gastgeber und Gäste auch!

Guido Kratz und R.F. Myller öffneten am 22. September 2017 bereits zum zweiten Mal im Rahmen des Salonfestivals ihre Ateliertüren, diesmal für eine Gastgebergemeinschaft von fünf Musikfreunden, die sehr gespannt waren auf ihren Musiksalon und die Ankunft der Musiker – Riders Connection – aus Berlin. Anstatt drei Musiker von Riders Connection wie erwartet, kamen fünf. Sie bauten blitzschnell ihre Anlage auf, die Gäste versammelten sich, das Konzert mit Riders Connection&Friends konnte beginnen: Moritz, der für die sensationellen Beatbox-Sounds zuständig ist, und Aleksej, der mit Leichtigkeit groovende Basslines spielt, Philipps Stimme und seine mitreißenden Gitarrenrhythmen wurden überraschend von Steffens Saxophon begleitet. Und dann war da noch Karina, die diese tolle Männerband stimmlich glänzend unterstützte! Toll!

Country, Folk und Soul, und auch ein bisschen Techno sowie eigene komponierte hinreißende Songs („Waste“, „So much trouble“, Colour me“) und eine umwerfend charmante Performance mit viel Witz begeisterten das Publikum. Besonders die „Feuerflammenfrau“ überzeugte die anwesenden Männer, sich ihren Begleiterinnen zuzuwenden! Nach der Pause mit belegten Brötchen und viel Bier wurden die Stühle eingeklappt und sich bewegt zu Reggaeklängen, die es in sich hatten! Ein spielerisch überzeugendes Konzert mit einem bewegenden Slam; ein tolles Solo des Beatboxers Moritz und ein wunderbares Saxophonsolo von Steffen machten diese Konzert rund! Es gab viele Zugaben und nur begeisterte Gäste! Kunst und Musik ging an diesem Abend großartig zusammen!

„Wahrlich eine Band, zu der man als Besucher kommt und als Freund wieder geht“ heißt es im Text dieser Barfuß- Band: stimmt!

Einen ganz besonderen musikalischen Abend in Hannover gab es am vergangenen Sonntag im Salonfestival in einem Privathaus: Jessica Pilnäs, hinreißende Sängerin, und Mattias Ståhl, Vibraphonist und Pianist, waren aus Schweden angereist, um ihre Hommage an Peggy Lee – die berühmte Sängerin des amerikanischen Jazz – zu spielen. An die fünfzig Gäste waren gekommen und vom ersten Lied an gefesselt von der entwaffnenden Natürlichkeit von Jessica Pilnäs. Sie moderierte ihr Konzert auf charmante Weise: mal lässig, mal witzig („Sie tue alles für die Kunst“ – als Kommentar zu ihren ausgewöhnlich hohen schwarzen Glitzerschuhen – „die sehr unbequem seien“), mal ernst, als sie einen Song anstimmt, der sie an eine besondere Begegnung erinnerte. Mattias Ståhl begleitete abwechselnd am Vibraphon und am Flügel: konzentriert und überzeugend einfühlsam mit etlichen eigenen jazzigen Passagen. Jessicas Stimme, ihre vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten, und das Spiel von Mattias Ståhl harmonierten perfekt. Das Publikum lauschte hingerissen und gab begeisterten Beifall! Auch nach dem zweiten Set des Konzertes, dem noch einige Zugaben folgten. Und dann standen alle auf und klatschten – wunderbar. Der Abend war gedacht als Hommage an Peggy Lee und endete in einer Hommage an die großartige Sängerin Jessica Pilnäs und den erstklassigen Jazz-Vibraphonisten Mattias Ståhl. Songs wie „Fever“, „Is That All There is?“ und „There´ll Be Another Spring“ berührten das Publikum ebenso wie Louis Armstrongs „What a wonderful world“ – was für ein wundervoller Abend bei wundervollen Gastgebern!

Seit seiner Gründung im Juni 2014 hat „das salonfestival“ insgesamt 350 Salons mit rund 15.000 Gästen zur Aufführung gebracht. Unter dem Dach der gemeinnützigen Initiative haben Gäste mit renommierten Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur diskutiert und/oder Kunst erlebt. Und dabei Kultur privat gefördert und privat finanziert – alle Gastgeber und Förderer tragen mit einer Spende zur Finanzierung der Künstlerhonorare bei. Auf öffentliche Gelder wird bewusst verzichtet. Das ist eine der Leitlinien unseres Konzepts.

Der Salon meint heutzutage so vieles: es ist der Ort für Kunstgenuss aus nächster Nähe, der Ort für die moderne Variante des Hauskonzerts, für Lesevergnügen und Künstlerbegegnung. Und es ist der Raum für den Diskurs, zu verstehen als die zeitgemäße Agora – der Ort an dem Gesellschaft gelebt, aber auch mitgestaltet wird. Ein Ort der Teilhabe, der Meinungsbildung. Keine Großveranstaltung, aber öffentlich und wirkungsvoll.

Unser Ziel ist ein bundesweites Netzwerk einer Bürgergesellschaft, die sich zeigt. Von Menschen mit Bürgersinn und Verantwortung, interessiert an engagiertem Handeln in unserer Gesellschaft.

Wie man Teil dieser Idee werden kann? Indem man selbst Gastgeber wird und sein Haus öffnet. Oder indem man Salonfreund wird und damit Teil eines Freundeskreises, der diesen spannenden Weg einschlägt. Und/ oder indem man als Gast unseren Salon besucht. – Werden Sie ein Teil dieser aktiv-gestaltenden Bürgergesellschaft.