… heißt es. Aber stimmt das überhaupt? Als die Kunsthistorikern Charlotte Klonk in ihrem Vortrag über die Macht der Bilder spricht und das Foto von Osama bin Laden präsentiert, der als alter Mann mit grauem Bart, gebeugt mit einer Fernbedienung in der Hand inmitten eines kärglichen Zimmers auf einen Fernseher starrt und Aufnahmen von sich aus besseren Tagen betrachtet, da wird offenkundig, wie unterschiedlich Bilder auf Menschen tatsächlich wirken. Die Professorin der Humboldt Universität in Berlin zeigt in ihrer Studie „Terror. Wenn Bilder zu Waffen werden“, welche Rolle die Bilder des Terrors  spielen und welchen ethischen Umgang wir mit ihnen finden müssen. Die Frage ist nur, wie können wir ethische Richtlinien festlegen oder uns auf einen Moralkodex verständigen, wenn die Rezeption von Bildern so unterschiedlich ist? So war die Wirkung des Fotos, welche das Pentagon nach der Ermordung von Osama bin Laden der Welt präsentierte, bei den Salongästen bei weitem nicht einhellig. Die Einen erkannten die Demütigung des größten Feindes der USA, mit genau dieser Intention. Die Kunsthistorikerin wertete die Veröffentlichung im Nachklang als überflüssige Geste, die nur dazu führte, weitere Ressentiments und Hass zu schüren. Andere kamen zu einer ganz anderen Einschätzung: Das Foto sei eine Vermenschlichung eines gefürchteten Terroristen und würde ihn harmlos in einem häuslichen Zusammenhang zeigen. Negative oder positive Wirkung? Die Salongäste diskutierten kontrovers und sehr engagiert. Es zeigt sich, der Salon ist der passende Ort, in dem der gesellschaftliche Diskurs geführt wird. Respektvoll, meinungsstark und mit großer argumentativer Kraft von engagierten Menschen, die das gesellschaftliche Leben mitgestalten wollen.