„Americana Ma Non Troppo“ haben sie ihr Konzert überschrieben, diese vier jungen Saxophonisten und Saxophonistinnen, die aus dem Düsseldorfer Raum kommen. Gefunden haben sie sich bereits 2007 an der Krefelder Musikschule und wurden bereits 2008 Preisträger des Bundeswettbewerbes „Jugend musiziert“. Viele Gäste sind gekommen, um dieses Gartenkonzert an einem zunächst regnerischen Sonntagmittag in Hannover zu erleben. Also wird rasch in den Wohnräumen Platz gemacht, bestuhlt und schon kann es losgehen: nach dem modernen Stück von Philipp Glass „Mishima“ – auf dem Treppenabsatz gespielt – folgt der 2. Satz aus dem „Amerikanischen Quartett“ von Antonin Dvorák – da stehen die Musiker bereits im Wohnzimmer. Ein Wandelkonzert also, und auch die Gäste geraten in Bewegung: nicht nur durch das stimmige, virtuose Spiel der Saxophonisten, deren Spieltechniken begeistern. Die Sonne kommt durch, und nach einer Pause geht es in den Garten, wo gekühlter Wein und Wraps bereitstehen: Stühle und Tische sowieso. Das Programm wird amerikanischer, Gershwin kommt hoch vom Balkon zu hören, Piazollas Tango gibt es als ‚Zwischeneinlage’ von der Loggia aus. Bei Leonard Bernsteins Stücken aus der „West Side Story“ wippen alle mit und bei „Ulla in Africa“, einem temperamentvollen, tänzerischen Stück mit schnellem Spiel und viel Puste von Heiner Wiberny steht das Quartett bereist im Garten, ist längst schon angekommen bei den Gästen, welche Atmosphäre und Musik sichtlich genießen. Silas Kurth ist so etwas wie der Bandleader dieser Saxophon-Enthusiasten, die ein unglaublich reiches Repertoire eingespielt haben. Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon – keines steht im Mittelpunkt, alle harmonieren und spielen ineinander, nebeneinander und miteinander. Dabei hören sich die Musiker draußen im Freien nicht gut: eine zusätzliche Herausforderung bei einem Gartenkonzert. Nach dem letzten Stück „Klezmer Traditional“ von Mike Curtis gibt es noch eine launige Zugabe: „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Junglebuch – eine Aufforderung, der die Gäste längst nachgekommen sind. Musiker und Gäste fühlen sich pudelwohl: nicht zuletzt der begeisterten Gastgeber wegen, die genau dieses Quartett in ihrem schönen Garten zu Gast haben wollten. „Summertime“ pur also – natürlich auch vom Saxophonquartett!

 

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