ACHTUNG: Mit stetem Blick auf die aktuellen Entwicklungen zur Corona-Situation haben wir einige Salons verschoben. Wir werden kurzfristig alle neuen Termine der Salons auf unserer Internetseite veröffentlichen. Wir danken allen Gastgebern, Künstlern, Referenten und Gästen für ihre Flexibilität. Alle Tickets behalten selbstverständlich ihre Gültigkeit.

“literatur zu Gast” wird bis zum 01.12.2021 im Rahmen von “NEUSTART KULTUR” der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V. gefördert.

die Idee. Kultureller und politischer Austausch in einem überschaubaren Kreis und in privater Atmosphäre – in Zeiten globaler und medialer Unsicherheiten sehnen sich die Menschen danach. Und wir wissen: Die stärksten Impulse entstehen immer noch in der persönlichen Begegnung, in dem unmittelbaren Erleben von Kunst und Künstlern, im Austausch mit Experten, in Gesprächen mit Substanz.

Dazu lädt „das salonfestival“ ein. Wir sind ein bundesweit rasant wachsendes Netzwerk. Wir verstehen den Salon als den zeitgemäßen Ort für das Erlebnis von Kunst und Kultur und für den Diskurs über die dringenden Themen unserer Zeit. In über zwanzig Städten ist die Idee bereits angekommen. Weitere Orte werden derzeit von uns entwickelt. International ist nun auch Kapstadt eine Salonstadt geworden.

Ohne Kultur ist es still…
Wie wir Gastgeber wurden und wie das unser Leben verändert hat –
eine Geschichte in vielen Konzertabenden.

Ein Samstagabend im April. Vielleicht hätten wir uns und unser Wohnzimmer heute für ein Konzert vorbereitet, wir hätten mit den Künstlern Kaffee getrunken und Kuchen gegessen, wir hätten neben den Vorbereitungen das Einspielen genossen und später dann mit den Gästen und den Musikern die Freude an der Musik geteilt –heute nicht, es ist still, sehr still.

Im Moment bleiben uns die Erinnerungen an viele schöne Abende mit Musik, mit Freunden, mit Gesprächen. Eigentlich hat alles damit begonnen, dass unser Klavierlehrer uns überredet hat, einen Flügel in unser Haus aufzunehmen – aber das wäre eine eigene Geschichte.

Jedenfalls stand plötzlich im Mai 2014 ein wunderbarer Flügel in unserem Wohnzimmer. Und dann hat es ein paar Monate gedauert, bis wir verstanden hatten, was man damit machen kann. Unsere Freundin Serra Tavsanli hat für uns und einige Freunde Mendelssohn, Chopin, Liszt und Bach gespielt: „Lieder ohne Worte“- unser erstes Wohnzimmerkonzert im Dezember 2014. Und dann wollte der Flügel mehr und er kann auch Jazz: Anja Ritterbusch, Eike Wulfmeier, Lars Stoermer und Peter Schwebs im Februar 2015.

Und wir sind als Gäste zu Salonfestivalabenden gegangen und fanden es nett – aber „fremde“ Menschen in unserem Wohnzimmer? Lieber nicht – und das hatte auch mit dem Tag der Architektur 2008 zu tun – aber das wäre eine eigene Geschichte. Dann kamen Jessica Gall, Robert Matt und Johannes Feige aus Berlin zu uns in unser Wohnzimmer – ich hatte die drei einfach gefragt – und da haben wir schon geahnt, dass wir eigentlich zu wenige Freunde hatten, um den Künstlern regelmäßig ein ordentliches Publikum bieten zu können.

Irgendwann kam eine Mail vom Salonfestival: Wiebke Puls liest und singt Leonard Cohen – am nächsten Tag in Essen. Die großartige Wiebke Puls, die uns vor 20 Jahren im Schauspielhaus begeistert hat. Also antwortete ich auf die Mail, dass es zu kurzfristig sei, um nach Essen zu fahren und ob es nicht möglich wäre, Wiebke Puls nach Hannover zu holen. Die Antwort kam ziemlich schnell – ob wir dann Gastgeber sein wollten. Nein, wir wollten zu netten Leuten in deren Wohnzimmer gehen und dort Leonard Cohen hören. Ulrike Groffy hat uns überzeugen können, obwohl Wiebke Puls keinen Flügel brauchte – nur ein Mikrofon und für Ivica Vukelic, der sie begleitet hat, einen Gitarrenverstärker – aber das wäre eine eigene Geschichte.

Das erste Mal kamen also nicht nur Freunde, sondern auch „fremde“ Menschen- und nicht, weil es bei uns immer so nett ist, sondern wegen Wiebke Puls und Leonard Cohen.

Und es war ein faszinierender Abend, die Luft vibrierte, Wiebke Puls hat mit dem ersten Ton eine Spannung geschaffen, die alle Zuhörer erfasste und verband. Und nach dem tosenden Applaus konnte der Flügel doch noch klingen, weil der großartige Markus Horn sich nicht zu schade war, im Hintergrund Jazzstandards zu spielen, von denen Wiebke Puls sagte, dass sie sie alle hätte singen können.

Dieser Abend im November 2016 war der Beginn einer schönen Zusammenarbeit mit Ulrike Groffy und dem Salonfestival, und der Beginn einer Reise durch die Welt der Musik. Und wir haben wunderbare Menschen kennengelernt – Musiker und Gäste, manche kamen wieder und wurden Freunde.

Es waren so viele Konzerte und so viele herausragende Künstler: Jessica Pilnäs und Mattias Stahl, Gloria Campaner, Hyung- Ki Joo, Viviana Baudis, Lika Bibileishvili, Michael Endres, Tino Derado und Ken Norris, Clara Haberkamp und Lisa Wulff, Gabriel Coburger, Frank Chastenier, Haiou Zhang… Jeder Abend war ein einzigartiges Erlebnis und zu jedem Abend ließe sich eine Geschichte erzählen. Ohne diese Abende wäre unser Leben sehr viel ärmer und stiller gewesen.

Und still ist eben auch heute abend – aber wir hoffen und warten auf die nächsten Konzertabende mit großer Vorfreude und dankbar für so viele wunderbare Begegnungen mit und durch die Musik – die Geschichte geht weiter.

Renate und Klaus BotheGastgeber in Hannover

Unsere Lektüre-Empfehlungen für Salonfreunde:

Hans Rosling
Factfulness

Wie wir lernen, die Welt zu sehen, wie sie wirklich ist

Es wird alles immer schlimmer, eine schreckliche Nachricht jagt die andere: Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer. Es gibt immer mehr Kriege, Gewaltverbrechen, Naturkatastrophen. Viele Menschen tragen solche beängstigenden Bilder im Kopf. Doch sie liegen damit grundfalsch.

Unser Gehirn verführt uns zu einer dramatisierenden Weltsicht, die mitnichten der Realität entspricht, wie der geniale Statistiker und Wissenschaftler Hans Rosling erklärt. Wer das Buch gelesen hat, wird
• ein sicheres, auf Fakten basierendes Gerüst besitzen, um die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist
• die zehn gängigsten Arten von aufgebauschten Geschichten erkennen
• bessere Entscheidungen treffen können
• wahre Factfulness erreichen – jene offene, neugierige und entspannte Geisteshaltung, in der Sie nur noch Ansichten teilen und Urteile fällen, die auf soliden Fakten basieren.

Hans Rosling, geboren 1948 in Uppsala, gestorben im Februar 2017, war Professor für Internationale Gesundheit am Karolinska Institutet und Direktor der Gapminder-Stiftung in Stockholm. Er war zudem Gründungsmitglied von Ärzte ohne Grenzen e.V. in Schweden und Mitglied der Internationalen Gruppe der Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Zusammen mit seinem Sohn Ola Rosling und seiner Schwiegertochter Anna Rosling Rönnlund gründete Hans Rosling die Gapminder-Stiftung.

Hier geht es zu der Rezension von Deutschlandfunk Kultur

von Claudia Bousset