Hassan Blasim

Der Verrückte vom Freiheitsplatz


02. Februar 2016 – 19.00 Uhr

Privatwohnung – München-Maxvorstadt


Seit 35 Jahren herrscht Krieg im Irak. Die Menschen erleben ununterbrochen Unterdrückung, Gewalt und Verfolgung. Alle haben ihre Geschichten, die sie erzählen wollen, ihre schmerzlichen Erinnerungen, die Geister in ihren Köpfen. Und so entsteht ein Bild des Iraks der letzten Jahrzehnte als surrealistisches Inferno. Es geht um den Krieg mit dem Iran, die Herrschaft und den Sturz Saddam Husseins, die Besatzungszeit, die Eskalation der Gewalt und die sich ausdehnende Wüste der Erinnerungen. Die Menschen sprechen über Emigration, über Grenzen und Zäune, über Ämter und Verstecke, über Einsamkeit und die Entfremdung, der sie als Flüchtlinge ausgesetzt sind. Aber vor allem erzählen sie von ihren ganz persönlichen Traumata und Albträumen, von ihren Hoffnungen und Enttäuschungen, von ihrem Schmerz und ihren Strategien, in einer wahnsinnigen Wirklichkeit zu überleben.

Hassan Blasim, 1973 in Bagdad geboren, studierte an der dortigen Filmhochschule und drehte sozialkritische Dokumentarfilme, bis er Todesdrohungen erhielt und Bagdad 1998 verließ. Er zog in den kurdischen Teil des Irak, in dem er sich sicherer fühlte vor den Häschern Saddam Husseins, und drehte seine Filme fortan nur noch unter dem Pseudonym Ouzad Osman. Als auch das im Jahr 2000 zu gefährlich wurde, floh er in einer vierjährigen Odyssee über den Iran, die Türkei, Bulgarien, Serbien und Ungarn nach Finnland, wo er Asyl erhielt und heute noch lebt.

Das Gespräch mit Hassan Blasim führt Cornelia Zetzsche vom Bayerischen Rundfunk.