07. April 2017 – 19:00 Uhr // Privathaus // Karlsruhe-Waldstadt

Prof. Dr. Philipp Hübl

Darf man Menschenleben gegeneinander aufwiegen?

Vortrag. Gespräch. Darf man Menschenleben gegeneinander aufwiegen? Die Antwort ist weder einfach noch lässt sie uns kalt, wie der ARD-Film „Terror“ gezeigt hat. Auch in der Philosophie herrscht keine Einigkeit: Deontologen in der Tradition von Kant würden sagen „nein“, Konsequentialisten wie Mill „ja“. So kann man den Film als Verfilmung einer philosophischen Kontroverse ansehen. In der Ethik sind Gedankenexperimente wie die „Weichenstellerfälle“ einschlägig, um moralischen Intuitionen zu testen: Ein Zug rast auf fünf Gleisarbeiter zu und wird sie sicher töten. Man kann eine Weiche umlegen, so dass der Zug nur einen Arbeiter tötet. Würden Sie die Weiche umlegen? In Studien antworten 80 Prozent der Befragten mit „ja“. Das zeigt, dass wir manchmal Leben gegeneinander aufwiegen. Die Gründe dafür untersuchen inzwischen auch Psychologen: mit verblüffenden Erkenntnissen über die emotionale Grundlage unserer Moral.

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Prof. Dr. Philipp Hübl ist Juniorprofessor für Theoretische Philosophie an der Universität Stuttgart. Er studierte in Berlin, Berkeley, New York und Oxford. Hübl ist Autor des Bestsellers „Folge dem weißen Kaninchen … in die Welt der Philosophie“. 2016 erschein „Der Untergrund des Denkens – Eine Philosophie des Unbewussten“.